Ein Anker in schwierigen Zeiten

Sabina Achermann gibt einen Zuckerwürfel in den Kaffee, rührt ruhig um und erzählt. «Zuerst bin ich die Stellensuche locker angegangen. Das hat sich aber schnell geändert!» Die gelernte Coiffeuse wechselte nach 20 Jahren in den Verkauf, brachte es dort bei einer Firma bis zur Assistenz. Ein paar Jahre später verlor sie mit etwas über 50 ihre Stelle. Dennoch blieb sie zuversichtlich. «Als versierte Allrounderin kann ich in vielen Bereichen einsteigen. Das jedenfalls dachte ich, aber daraus
wurde nichts. Das war ein totaler Schock.» Sehr schnell habe sie festgestellt, dass heute vorwiegend Spezialistinnen gefragt sind und es in ihrem Alter grundsätzlich schwierig ist, eine neue Arbeitsstelle zu finden. «Ich bin in ein Loch gefallen», sagt Sabina Achermann und erzählt von der Erschütterung ihres Selbstvertrauens. «Plötzlich war mein Leben in Frage gestellt, mir wurde der Boden unter den Füssen weggezogen: finanziell, emotional und auch sozial.» Mehr als einmal habe sie gehört, wie andere abschätzig über Arbeitslose gesprochen hätten, das habe sie extrem getroffen. Im Nachhinein sieht die positiv denkende Frau auch Gutes daran. «Ich sehe vieles aus einem neuen Blickwinkel und habe sowohl andere Leute wie auch mich selber von einer anderen Seite kennen gelernt.»


Trotz der schwierigen Phase: Es ist gut gekommen mit ihrem beruflichen Weg, sogar sehr gut. Gelungen ist ihr das mit viel eigener Kraft. Aber auch dank dem SAH Zentralschweiz. «Der Support durch meine Betreuerin war für mich ein Rettungsanker», sagt Sabina Achermann und betont, wie wichtig Beratungsgespräche und Coachings für sie gewesen seien. Der Draht zu ihrer Ansprechperson stimmte auf Anhieb. «Sie hat mich verstanden und mich motiviert. Und vor allem: Sie ist mir auf Augenhöhe begegnet.» Individuell wurde ihr aufgezeigt, was es für Möglichkeiten für eine berufliche Umorientierung gibt. Und dann ging es plötzlich schnell: Sie konnte bei der Steuerverwaltung in Sarnen einen Einsatz machen, der vom SAH Zentralschweiz eingefädelt worden ist: Akten einscannen. Vor dem Vorstellungsgespräch sei sie unglaublich nervös gewesen. Doch ihre Besorgnis erwies sich als unbegründet. «Vom ersten Augenblick an fühlte ich mich an diesem Arbeitsplatz sehr wohl. Mir wurde eine grosse Herzlichkeit entgegengebracht.»

Im Kanton Obwalden war man zufrieden mit der neuen Mitarbeiterin, Sabina Achermann konnte bleiben. «Und das kurz vor der Aussteuerung! Es war eine enorme Erleichterung.» Zuerst war die befristete Stelle ein 50-Prozent-Pensum. Vor Kurzem wurde dieses auf 80% erhöht und Sabine Achermann hofft, dass daraus eine unbefristete Festanstellung wird. «Meine jetzige Situation könnte nicht besser sein. Darüber bin ich extrem glücklich und dankbar», sagt sie. Das SAH Zentralschweiz habe für sie wie ein Türöffner funktioniert, ohne den sie diesen Weg nicht hätte einschlagen können. «Ohne spezifisches Diplom einen Einsatz als Sachbearbeiterin machen? Alleine das hätte ich mir ohne Unterstützung niemals zugetraut!» Zuversicht habe ihr zusätzlich der Austausch mit Leuten in einer ähnlichen Situation gegeben, zum Beispiel über die Whatsapp-Gruppe mit anderen Teilnehmenden im SAH Zentralschweiz-Angebot. Nach einem Rat für Leute, die in einer ähnlichen Situation sind, wie sie selber es war, muss sie nicht lange suchen: «Auf das Bauchgefühl hören und die eigenen Stärken sehen. Mutig und hartnäckig sein und die Türen sehen, die sich öffnen.» Sabina Achermann selber hat ihre Chance gepackt und freut sich auf die Zukunft, die sie jetzt ein wenig entspannter angehen kann.

SAH Stellennetz, SAH Zentralschweiz

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Im SAH Stellennetz vermitteln wir befristete Einzeleinsatzplätze in öffentliche oder private Organisationen und Unternehmen. Mit Coachings, Standortgesprächen im Einsatzbetrieb und begleitender Bildung unterstützen Fachpersonen die Teilnehmenden bei ihrer beruflichen Integration.

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