Glücklich, wieder auf eigenen Füssen zu stehen

«Ich trat im April 2015 eine neue Stelle an, wurde dann aber während der Probezeit krank.» Für Britta Rybaczyk, die damals 44-jährige Kauffrau, eine schlimme Wende. Ihr wurde noch in der Probezeit gekündigt. Es folgte die Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV), dort wurde sie beraten mit dem Ziel, möglichst rasch wieder eine geeignete Stelle zu finden. Doch sie bewarb sich monatelang vergeblich für unzählige Stellen – die Absagen häuften sich. Nie gab es die Möglichkeit, sich persönlich vorzustellen. «Vielleicht liegt es daran, dass ich mich auf einem Blatt Papier nicht so gut ausdrücke beziehungsweise darstellen kann – damit kann ich nicht punkten. Ich brauche die Chance, mich als Mensch und Arbeitskraft zeigen zu dürfen», sagt sie. Zweieinhalb Monate vor der Aussteuerung meldete die RAV-Personalberaterin sie beim SAH Zentralschweiz an. Die Job Coaches des SAH Zentralschweiz vermitteln Stellensuchende in Arbeitseinsätze und unterstützen sie mit intensiven Begleitangeboten bei der Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Schnell kam Bewegung in die eingefahrene Situation und Britta Rybaczyk fand mit Hilfe einer Job Coach ein Praktikum: Im Richard Wagner Museum, am Empfang, suchte man für die letzten Monate der Saison eine Praktikantin.

Arbeitsintegration, SAH Integro, SAH Zentralschweiz
Sehr profitiert von begleitender Bildung und Einsätzen
«Die lange Arbeitslosigkeit war für mich eine zeitweise beschwerliche und belastende Erfahrung», blickt Britta Rybaczyk zurück. Als das Praktikum vorüber war, nahm sie wirtschaftliche Sozialhilfe in Anspruch. «In dieser Zeit spürte ich den Druck von den Institutionen und rang natürlich auch mit Eingriffen in meine persönliche Lebensgestaltung: Ich musste in eine günstigere Wohnung umziehen, die Abgabe des Autos war ein Thema.» Britta Rybaczyk war in dieser herausfordernden Zeit Teilnehmerin im Arbeitsintegrationsprogramm SAH Integro. In SAH Integro vermitteln wir Einzeleinsatzplätze in Unternehmen. Im Rahmen von SAH Integro besuchte Britta Rybaczyk auch begleitende Bildungsgstage mit persönlichkeitsorientierten Themen und Bewerbungstraining. «Die begleitende Bildung war sehr hilfreich», erzählt sie. «Ich hatte ein Stück weit meine Träume und Ideen, wohin mein Weg gehen sollte, verloren. In der begleitenden Bildung lernten wir, offen zu sein und in neue Richtungen zu denken. Wir erkannten, dass es darum geht, einfach anzufangen und zu schauen, was da kommen mag. Dann eröffnen sich nämlich Perspektiven.»

So war es denn auch. Auf das erste Praktikum im Richard Wagner Museum folgte ein Einsatz in der Physiotherapie Waldstätter in Luzern und bald darauf ein Einsatz im Kantonsspital Nidwalden. «Hier eignete ich mir viel neues Wissen und medizinische Fachbegriffe an.» Leider erfolgte im Anschluss keine Festanstellung. Britta Rybaczyk hat von diesem Einsatz sehr profitiert, neue Kenntnisse erlangt und vertiefen können, die sie heute gut anwenden kann: Im Mai 2018 nämlich kam die lang ersehnte Wende: Die Chefin der Physiotherapie-Praxis Waldstätter, einem früheren Praktikumsort, bot ihr eine Teilzeit-Feststelle als Praxisassistentin an. «Ich schätze diese Arbeit sehr und bin endlich wieder in meinem Traumberuf tätig», erzählt sie, «und ich bin glücklich, wieder auf eigenen Füssen zu stehen.»

SAH Integro

SAH Integro unterstützt sozialhilfebeziehenden Personen bei der beruflichen Integration. Im Rahmen eines befristeten Arbeitsintegrationsprogramms (AIP) oder eines unbefristeten Dauereinsatzes (DAP) vermitteln wir Einzeleinsatzplätze in öffentlichen oder privaten Organisationen und Unternehmen aller Branchen.

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